Hintergrund und Ziele





HINTERGRUND UND ZIELE
In Südecuador treffen gleich mehrere einzigartige Hotspots aufeinander: die Trockenwälder der Tumbes-region, der Chocó und die Anden-Ostflanken. Dadurch entsteht in den Andinen Tälern eine einzigartige Biodiversität. Leider ist diese grosse Vielfalt wegen der grossfläcigen Abholzung in der Vergangenheit stark bedroht. Heute finden sich Reste dieser Artenvielfalt nur noch in den wenigen Überbleibseln von Wäldern, z.B. entlang von Fliessgewässern.
Um diese Besondere Vielfalt des Lebens zu erhalten, möchten wir den tropischen Trockenwald, der den Sacred Mountain einst bedeckte, wiederherstellte.

Der Berg

Der Sacred Mountain befindet sich im Süden Ecuadors in der Provinz Loja etwa eine halbe Stunde von Vilcabamba - einem beliebten Ferienziel - entfernt.
Lage
Koordinaten:
-4.318053, -79.271365
GoogleMaps

Höhe
Tiefster Punkt:   1550 m.ü.M.
Höchster Punkt: 2330 m.ü.M.
Höhe: ca. 780 m
Fläche
273 Hektaren (gemäss Grundbuch)
Boden
Ausgangsgestein:
Bodentyp: Entisol

WIESO IST DER BERG HEILIG?

Walter und Susan, die Besitzer der Finca Sagrada, engagieren sich mit viel Leidenschaft für die Erhaltung der Kulturen indigener Völker. Aus diesem Grund luden sie schon früh Vertreter der Kogi zu sich ein, einem Stamm aus Kolumbien, die ihre uralten Traditionen und ihr spirituelles Wissen bis heute erhalten konnten. Die Kogi waren es, die Walter und Susan mitteilten, dass es sich bei ihrem Land um heiliges Land handelt. Sie sagten, bei dem Land handelt es sich um ein - heute verschlossenes - spirituelles Zentrum der Anden. So erhielten die Finca Sagrada und auch der Sacred Mountain ihre Namen.

Geographie

Der Sacred Mountain befindet sich im Süden Ecuadors in der Provinz Loja etwa eine halbe Stunde von Vilcabamba - einem beliebten Ferienziel - entfernt.
Lage
Koordinaten:
-4.318053, -79.271365
GoogleMaps

Höhe
Tiefster Punkt:   1550 m.ü.M.
Höchster Punkt: 2330 m.ü.M.
Höhe: ca. 780 m
Fläche
273 Hektaren (gemäss Grundbuch)
Boden
Ausgangsgestein:
Bodentyp: Entisol

Impressionen vom Sacred Mountain

Fotos von Drohnen-Flügen über unserem Kuntur Wachana Naturreservat
Artenvielfalt im Kuntur Wachana Naturreservat
Der Sacred Mountain wurde, wie viele andere Berge der Region, Anfang des 20. Jahrhunderts entwaldet um Weideland für die Viehzucht zu schaffen. Da er heute mit naturfernem Grasland bedeckt ist und kaum natürliche Lebensräume vorhanden sind, ist die Artenvielfalt heute sehr begrenzt - genau das wollen wir mit der Wiederaufforstung ändern.
Heute kommen in Kuntur Wachana mehrheitlich "Allerweltsarten" for - also Generalisten, die in einer Bandbreite verschiedener Lebensräume leben können. Mit wenigen Ausnahmen: Das Ecuadorianische Bergviscacha (Lagidium ahuacaense) ist eine stark bedrohte und sehr seltene Chinchilla-Art, die heute schon auf dem Sacred Mountain zuhause ist. Es ist unsere vordringlichste Aufgabe sie zu schützen. Daneben kommt ein bedrohter Kielschwanz-Leguan (Stenocercus ornatus) bereits vor.
Für uns sind aber alle Tiere und Pflanzen wichtig, die in Kuntur Wachana leben - wir schützen sie alle ❤

Viscacha-Nachweise

Wir haben im Lebensraum der Viscachas auf dem Sacred Mountain Wildkameras aufge-stellt. Links im Video kannst du an ein paar der dort gemachten Aufnahmen erfreuen :)
Leider waren Datum und Uhrzeit der Wildkameras nicht korrekt eingestellt - die Aufnahmen sind vom Mai 2024.

Tiere auf dem Sacred Mountain








UNSERE ZIELE

Hier findest du Details zu unseren Zielen im Kuntur Wachana Naturreservat, zu den Zielarten und Zeillebensräumen.

UNSERE ZIELE

Hier findest du Details zu unseren Zielen im Kuntur Wachana Naturreservat, zu den Zielarten und Zeillebensräumen.

Unsere  wichtigsten  Ziele

Das übergeordnete Ziel unseres Projekts ist die Wiederherstellung eines natürlichen Waldes und dessen Schutz im Kuntur Wachana Naturreservat.
Der Naturwald soll als wertvoller Lebensraum für die bedroht Tier- und Pflanzenarten der Region dienen und zu deren Erhalt beitragen.
Darüber hinaus streben wir an die lokale Bevölkerung bei ihren Bestrebungen zu unterstützen, eine nachhaltige Entwicklung und Einkommensmöglichkeiten zu erreichen.

Unsere  wichtigsten  Ziele

Das übergeordnete Ziel unseres Projekts ist die Wiederherstellung eines natürlichen Waldes und dessen Schutz im Kuntur Wachana Naturreservat.
Der Naturwald soll als wertvoller Lebensraum für die bedroht Tier- und Pflanzenarten der Region dienen und zu deren Erhalt beitragen.
Darüber hinaus streben wir an die lokale Bevölkerung bei ihren Bestrebungen zu unterstützen, eine nachhaltige Entwicklung und Einkommensmöglichkeiten zu erreichen.

ZIELLEBENSRÄUME

Der Sacred Mountain überspannt insgesamt rund 800 Höhenmeter und rund 2,5 km2 Fläche. Somit herrschen in verschiedenen Teilen des Bergs verschiedene klimatische und auch bodenphysiologische Bedingungen. Mit zunehmender Höhe sinkt die Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen, die Mächtigkeit des Bodens nimmt ab und Windstärken steigen tendenziell an. Dies verlangt nach jeweils angepasster Bepflanzung und resultiert in unterschiedlichen Ökosystemen. Um diesen Umständen gerecht zu werden bedarf es auch angepasster Ziellebensräume.

BOSQUE PLUVIESTACIONAL PIEMONTANO

Diese Form des Waldes könnte man als "Halbtrockenwald" bezeichnen. Es handelt sich um einen sommergrünen Monsun-wald in einer trockenen Ausprägung. Das heisst, ein grosser Teil der Gehölze wirft während der Trockenzeit sein Laub ab, jedoch weniger als 75%.
Diesen Waldtyp werden wir nur am Fusse des Sacred Mountain ausbilden können - wie es schon im Namen steckt: "Piemontano"

BOSQUE SECO ANDINO

Beim Andinen Trockenwald werfen während der Trockenzeit mehr als 75% der Gehölze ihre Blätter ab. Es ist das Hochland-Pendant zum Trockenwald an der Küste und teilt mit ihm auch einige Charakterarten. In Anbetracht der Artenvielfalt und -zusammensetzung zeigt sich auch eine Ähnlichkeit zur Tumbes-Region, von der einige Arten auch bis in den Andinen Trockenwald vorkommen.

MATORRAL SECO

Bei diesem Lebensraum handelt es sich nicht mehr um einen Wald. Das Matorral ist eine Art Buschland, das aus verschiedenen klimatisch-geographischen Konstellationen entstehen kann. Beim trockenen Matorral der Anden ist es der Mangel an Wasser, der verhindert, dass sich Bäume entwickeln. Während der Trockenzeit ist das Matorral kahl (alle Gehölze werfen ihr Laub ab) - nur Sukkulente bleiben grün.

Typischer Andiner Trockenwald der Region










ZIELARTEN

Bei Renaturierungen und ökologischen Aufwertungen ist es üblich eine Leitart und mehrere Zielarten zu definieren. An den Lebensraumansprüchen der Leitart (hier die Pampaskatze) orientieren sich die angestrebten Ziellebensräume. Als Zielarten werden Arten definiert, die vom umgesetzten Projekt profitieren sollen, weil sie vom Aussterben bedroht oder ihre Bestände rückläufig sind. Gleichzeitig dienen die gewählten Arten als Erfolgskontrolle um zu überprüfen, ob das Projekt seine gesteckten Ziele erreicht. Die Anwesenheit der Zielarten ist ein guter Indikator dafür, dass die geschaffenen Lebensräume die erwünschte Qualität erreichen.

SÄUGETIERE

GARLEPP-PAMPASKATZE

Lepardus garleppi

Die Garlepp-Pampaskatze ist eine Kleinkatze, die v.a. entlang der Andenkette von Ecuador bis Argentinien und Chile vorkommt. Sie bewohnt in erster Linie die trockenen Habitate Südamerikas, wie Trockenwälder, trockenes Buschland und Savannen und ernährt sich v.a. von kleinen Nagetieren, kleinen Oppossums und Vögeln.

Rote Liste
Global: NT   Ecuador: EN
Ecuadorianische Hasenmaus
Lagidium ahuacaense

Diese Art ist streng endemisch in der Region rund um der Cerro El Ahuaca nur ca. 30 km westlich des Sacred Mountain - wo diese Art entdeckt und beschrieben wurde. Die Hasenmäuse ernähren sich von Pflanzen und leben in unmittelbarer Umgebung zu vegetationslosen Felsen. Studenten der UTPL konnten diese Art im Rahmen einer Forschungsarbeit vor wenigen Jahren auf dem Sacred Mountain nachweisen - das macht den Sacred Mountain zur östlichen Grenze des bekannten Verbreitungsgebiets!
Die grösste Bedrohung für diese Tiere sind die Feuer der Landwirte.

Rote Liste
Global: CR   Ecuador: CR
Roter Kleinspiesshirsch
Mazama rufina

Der Rote Kleinspiesshirsch kommt entlang der Andenkette zwischen ca. 1400 und 3600 m.ü.M. in Kolumbien, Ecuador und Peru vor. Sie sind nachtaktive Pflanzenfresser und leben einzelgängerisch. Männchen verteidigen ihr Revier gegen gleichartige - gegenüber Menschen sind sie sehr scheu. Diese Art gehört zu den kleinsten Hirschenarten der Welt!
Ein Mazama wurde von einer unserer Wildkameras eingefangen. Es ist jedoch nicht ganz klar, ob es sich um M. rufina oder doch seine Schwesterart M. americana handelt.
Sie werden v.a. durch Lebensraumverlust und Wilderei bedroht.

Rote Liste
Global: VU   Ecuador: EN

REPTILIEN

Macropholidus annectens
Diese Art ist endemisch im Süden Ecuadors und bewohnte feuchte bis trockene sommer-grüne andine Bergwälder im Bereich von rund 800 bis 3000 m.ü.M. Die Tiere leben am und im Boden bewaldeter Gebiete und an Wald-rändern, jedoch nicht in entwaldeten Gebieten.
Bedroht wird diese Art in erster Linie von Lebensraumverlust und -fragmentierung sowie von wiederkehrenden Brandrodungen.



Rote Liste
Global:
EN   Ecuador: EN
Atractus carrioni
Diese kleine Schlangenart lebt endemisch in einem kleinen Gebiet im Süden Ecuadors und um äussersten Norden Perus. Sie sie sind nicht giftig und ernähren sich v.a. von Wirbellosen (Gliederfüsser, Schnecken, Regenwürmer u.ä.). Man findet sie in einem Höhenbereich von ca. 1100 bis 2400 m.ü.M.
Diese Art ist primär von Lebensraumverlust und -fragmentierung bedroht.



Rote Liste
Global:
EN   Ecuador: EN
Stenocercus ornatus
Auch diese Art der Quirlschwanz-leguane lebt endemisch im Süden Ecuadors. Ihr Lebensraum und Verbreitungsgebiet überschneidet sich stark mit demjenigen von M. annectens. Sie sind jedoch auf eine geringere Höhenverbreitung beschränkt: 1500 bis 3000 m.ü.M.
Kai Reinacher konnte diesen Schnappschuss beim Besuch des Sacred Mountains 2022 machen. Gemäss Experten der UTPL handelt es sich dabei um S. ornatus oder um eine noch unbeschriebene Art!

Rote Liste
Global:
VU   Ecuador: VU

VÖGEL

Guayaquilsittich
Psittacara erythrogenys

Der Guayaquilsittich lebt endemisch an der Ecuadorianischen Costa und im Norden Perus, wo er eine verschiedene Lebensräume - von tropischen Regenwäldern bis Trockenwälder und halb-offene Landwirtschaftsgebiete - bewohnt. Er kommt in höheren Lagen um 1500 Höhenmetern vor.
Als beliebtes Haustier liegt die grösste Bedrohung für diese Art im nationalen und internationalem Handel. Darüber hinaus setzt ihm der Verlust von Lebensraum durch Abholzung sehr zu.

Rote Liste
Global: NT   Ecuador: NT
Rotkopfguan
Ortalis erythroptera

Die Art kommt endemisch entlang der ganzen Costa Ecuadors vor und bewohnt eine Bandbreite verschiedener Waldlebensräume darunter auch Laubwerfende Trockenwälder. Man findet sie i.d.R. unterhalb von 1400 Höhenmetern, in geeigneten Lebensräumen jedoch bis 2500 m.ü.M.
Bedroht wird der Rotkopfguan in erster Linie vom Lebensraumverlust und -fragmentierung sowie einer starken Bejagung.

Rote Liste
Global: VU   Ecuador: VU
Rosthalsbaumspäher
Syndactyla ruficollis

Der Rosthalsbaumspäher lebt endemisch in den eher Trockenen Wäldern im Süden Ecuadors und im Norden Perus. Man findet ihn zwischen 400 und 2900 m.ü.M. Er kommt jedoch hauptsächlich oberhalb von 1600 Höhenmetern vor.
Seine stärkste Bedrohung ist der beträchtliche Verlust von Lebensraum ausserhalb von Naturschutzgebieten und dessen Fragmentierung.



Rote Liste
Global: VU   Ecuador: VU

Árbol co(n)razón

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